Pädagogisches Konzept des Kinderheims Heimelig

Bezugspersonen der Kinder

Die leiblichen Eltern sind und bleiben die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder. Das Heim will die Familie nicht ersetzen, sondern den Kindern vorübergehend die nötige Infrastruktur und notwendige Hilfestellung anbieten im Hinblick auf das angestrebte Erziehungsziel.

Individuelles Erziehungsziel

Das individuelle Erziehungsziel wird im Rahmen des genannten allgemein gültigen Ziels für jedes Kind persönlich erarbeitet und zwar in Zusammenarbeit mit den Eltern (wenn möglich), den Erziehenden, der Heimleitung, dem Sozialdienst und bei Bedarf externen Fachleuten.

In der direkten täglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sind uns folgende Punkte wichtig:

• Besseres Selbstwertgefühl

• Grösseres Selbstvertrauen

• Erhöhte Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Eigenaktivität

• Erhöhte Leistungsbereitschaft des Kinders oder des Jugendlichen

 

Um diese Ziele zu erreichen, achten wir auf eine fähigkeitsorientierte Förderung und Entwicklungsbegleitung und die Partizipation der Kinder und Jugendlichen, unterstützen und verstärken (neue) Handlungsweisen, erweitern Handlungsspielräume, bauen tragfähige Beziehungen auf, setzen Grenzen und achten konsequent auf deren Einhaltung.

 

Das Phasenmodell

Im Kinderheim Heimlig arbeiten wir mit einem Phasenmodell welches aus vier, respektive fünf Phasen besteht, wobei die fünfte nicht obligatorisch ist. Diese Phasen werden während des Aufenthalts im Kinderheim Heimelig von jedem Kind oder Jugendlichen durchlaufen. Eine Bezugsperson vom Heimelig begleitet das Kind oder den Jugendlichen dabei, welche auch zugleich die Ansprechperson für die Eltern und externe Bezugspersonen ist.

Pädagogische Arbeit

Wir verpflichten uns, neben dem humanistischen Ansatz, der systemischen Sichtweise. Das bedeutet, dass wir grossen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen Bezugspersonen unserer Kinder und Jugendlichen legen. Wir sind uns sicher in Bezug auf die Handlungs- und Veränderungspotentiale unserer Kinder und Jugendlichen. Veränderungen sind in der systemischen Sichtweise eine Grundprämisse; sie sind auch in unserer täglichen pädagogischen Arbeit ein Grundpfeiler.

Da Pädagogik immer auf Veränderungen hin ausgerichtet ist, sollte sie auch mit Grundprämissen arbeiten, die die Möglichkeit und die Selbstverständlichkeit der Veränderung beinhalten.

Wir sind uns im Klaren darüber, dass ein Verhalten immer im Kontext gesehen werden muss. Das Verhalten der Kinder und Jugendlichen kann oft durch den jeweiligen Kontext erklärt werden, in dem sie sich gerade befinden.

Wir konzentrieren uns nicht nur auf die einzelne Person, sondern auf die Beziehungsmuster zwischen dem Kind oder dem Jugendlichen und seinen Systemen.

Unsere Sichtweise bezieht folgende Systeme mit ein:

• das Klientensystem, d.h. Eltern, Grosseltern und andere nahe Bezugspersonen,

• das interne Hilfssystem, d.h. Bezugsperson, sozialpädagogisches Team, Heimleitung,

• das externe Hilfssystem, d.h. Behörden, Lehrpersonen, Ärzte, Psychologen, Psychiater usw.